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Kadaň

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Kadaň ( , ) ist eine Stadt in der Aussiger Region in Tschechien.

Geographie

Lage

Kadaň liegt in Nordböhmen, südwestlich der Stadt Kreisstadt Chomutov (Komotau) am Ufer des Flusses Eger. Etwa 5 Kilometer nördlich des Stadtkerns befindet sich das markante Kraftwerk Prunéřov, 5 Kilometer östlich das Kraftwerk Tušimice.

Stadtgliederung

Die Stadt Kadaň besteht aus den Ortsteilen Brodce (Prödlas), Kadaň (Kaaden), Kadaňská Jeseň (Gösen), Meziříčí (Meseritz), Nová Víska (Neudörfl), Pokutice (Pokatitz), Prunéřov (Brunnersdorf), Tušimice (Tuschmitz), Úhošťany (Atschau) und Zásada u Rašovic (Sosau)http://www.uir.cz/casti-obce-obec/563102/Obec-Kadan. Grundsiedlungseinheiten sind Brodce, Bystřice (Wistritz), Chomutovská, K Bystřici, Kadaň-historické jádro, Kadaňská Jeseň, Kadaň-velkolom, Kostelní Dvůr, Koželužská, Královský vrch, Meziříčí, Na Jezerce, Na podlesí, Na soudném, Nemocnice, Nová Víska, Pokutice, Průmyslová zóna Královský vrch, Průmyslový obvod, Prunéřov, Prunéřov-elektrárny, Prunéřov-u nádraží, Prunéřov-velkolom, Sídliště Budovatelů, Slavín, Strážiště, Tušimice, Tušimice-velkolom, U nemocnice, U Ohře, U škol, Úhošť (Burberg), Úhošťany, Zásada u Kadaně und Zlatý vrch.http://www.uir.cz/zsj-obec/563102/Obec-Kadan Außerdem gehören zu Kadaň die Ansiedlungen Nový Prunéřov (Neubrunnersdorf) und Pastviny (Weiden).
Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Bystřice u Kadaně, Kadaň, Pastviny, Pokutice, Prunéřov, Tušimice, Úhošť, Úhošťany und Zásada u Kadaně.http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/563102/Obec-Kadan

Geschichte


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Die Gegend war bereits im 8. bis 13. Jahrhundert vor Chr. durch verschiedene Völker besiedelt. Als im Jahr 805 Karl der Große versuchte, Böhmen zu erobern, hielt die slawische Canburg an der Eger seiner Belagerung lange stand, wahrscheinlich das heutige Kadaň (dt. Kaaden). Der heutige Ort wurde vermutlich Ende des 11. Jahrhunderts angelegt. Am 23. April 1186 schenkte Herzog Friedrich die Handelssiedlung dem Johanniterorden. Einige Jahrzehnte später wurde Kaaden zur freien Königsstadt erhoben, eine Königsburg erbaut und die Minoriten errichteten ein Kloster mit der Kirche des Hl. Michael. 1362 brannte die Stadt samt Burg nieder.
Zur Zeit von König Karl IV. blühte die Stadt wieder auf. Der Kaiser erteilte ihr mehrere Privilegien und ernannte sie erneut zur königlichen Stadt. Den Einzug Karls IV. in die Stadt feiern die Kaadener mit dem Kaisertag (Císařský den), der seit 1993 jährlich Ende August stattfindet.Kaisertag auf cisarskyden.cz.
Im Jahr 1534 wurde in Kaaden der Vertrag von Kaaden zwischen dem Habsburger Ferdinand und Herzog Ulrich von Württemberg geschlossen. Die Stadt, in der die Reformation bereits 1524 Eingang fand, verlor 1547 ihre Privilegien und hatte während des Dreißigjährigen Kriegs viel zu leiden.
Bis zum Ersten Weltkrieg war Kaaden Garnison der K.u.K. Österreichisch-Ungarischen Armee.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Kaaden 1919 der neu geschaffenen Tschechoslowakei zugeschlagen.
Am 4. März 1919 demonstrierten die Kaadener Deutschböhmen nach dem Aufruf der Landesgruppe der Sozialdemokraten anlässlich des Wahltages zur österreichischen Nationalversammlung für das Selbstbestimmungsrecht und den Verbleib bei Österreich. Es kam zu einer Auseinandersetzung mit dem in der Stadt stationierten tschechischen Militär. Nach Mitteilung der Neuen Zürcher Zeitung vom 7. März 1919 wurden in Kaaden 17 Personen getötet, 30 schwer und 80 leicht verwundet. In einem Ehrengrab am Friedhof wurden die Toten bestattet; es wurde nach der Wende von 1989 wieder eingeweiht.
Nach dem Münchner Abkommen gehörte Kaaden von 1938 bis 1945 zum Landkreis Kaaden, Regierungsbezirk Eger, im Reichsgau Sudetenland des Deutschen Reichs.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die bis 1938 bestehenden Grenzen der Tschechoslowakei wiederhergestellt. In der Folgezeit wurde das Vermögen der deutschen Bewohner unter Berufung auf das Beneš-Dekret 108 konfisziert, das Vermögen der evangelischen Kirche durch das Gesetz Nr. 131/1948 Sb. liquidiert und die katholischen Stadtkirchen in der Tschechoslowakei entschädigungslos enteignet.
Fast die gesamte deutschstämmige Bevölkerung (Sudetendeutsche) wurde 1945/1946 entschädigungslos enteignet und vertriebenAlfred Schickel: Die Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei: Geschichte, Hintergründe, Bewertungen Hrsg.: Bundesministerium für Vertriebene und Flüchtlinge, Dokumentation, ISBN 3-89182-014-3 (siehe Ethnische Säuberung).
Aufgrund reger Neuansiedelung hatte die Stadt am 22. Mai 1947 wieder 5.062 Bewohner. Zwischen 1966 und 1971 entstand die Talsperre Kadaň südlich des Franziskanerklosters.

Demographie


Bis 1945 war Kaaden überwiegend von Deutschböhmen besiedelt, die vertrieben wurden.
{
- >Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 14: Saazer Kreis, Prag 1847, S. 205.
-
1900 align=center 7.458 davon 7.292 Deutsche, 57 Tschechen und 27 AndereK.K. Statistische Zentralkommission, Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1900. Band IX Böhmen (Wien 1904) S. 262.Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 10, Leipzig und Wien 1907, 403.
-
1921 align=center 8.268 davon 7.574 Deutsche und 469 TschechenStatistický lexikon obcí v Republice československé 1921. Díl I. Země Česká. Praha : Orbis, 1924. 598 s. S. 246.
-
1930 align=center 8.641 davon 7.692 Deutsche und 672 TschechenStatistický lexikon obcí v Republice československé 1930. Díl I. Země Česká. Praha : Orbis, 1934. 613 s. S. 131.
-
1939 align=center 7.658
-
{ width="400"
-
+ Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegsnicht belegt sind die Jahre 1947, lt. dem Wikipedia-Artikel "Kadan" und seinem Verfasser aus dem Absatz Vertreibung der Deutschen übernommenČeský statistický úřad, a kol. Statistický lexikon obcí České republiky 2013. Praha: Český statistický úřad, 2013. 900 s. Dostupné online. ISBN 978-80-250-2394-5. S. 290.
- align="center"
Jahr 1947 1950 1961 1970 1980 1991 2001 2011
- align="center"
Einwohner 5.062 5.542 7.689 14.875 18.277 17.461 16.975 16.938

Städtepartnerschaften

  • Aue, Deutschland
  • Halle, Belgien
Die Stadt Weißenburg in Bayern übernahm 1955 eine Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen.

Sehenswürdigkeiten

Das historische Stadtzentrum wurde 1978 zum städtischen Denkmalreservat erklärt.
  • Rathaus
  • Franziskanerkloster
  • Hospitalkirche des Heiligen Johannes des Täufers
  • Dekanalkirche Erhebung des Heiligen Kreuzes
  • erhaltene Teile der Stadtbefestigung
  • Heiligenturm
  • Pförtl (Žatecký barbakán)
  • Gotische Burg

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Nikolaus von Kaaden (1350–1420) Uhrmacher und Mechanikus
  • Wenzel Pantaleon Kirwitzer (1588–1626), Astronom und Jesuiten-Missionar
  • Wilhelm Nigrinus, auch: Schwartze (1588–1638), Ethnologe
  • Johann Karl Vetter (um 1680–1742 in Saaz), Bildhauer
  • Christian Vetter (1688–1734), Bildhauer
  • Franz Josef Tobisch (1788–1880), Landwirt und Vorkämpfer der Bauernbefreiung in Böhmen (geboren in Meseritz bei Kaaden)
  • Franz Wenzl Tobisch (1788–1873), katholischer Geistlicher, Ehrendomherr und Ehrenbürger von Teplitz (geboren in Meseritz bei Kaaden)
  • Johann Karl Tobisch (1793–1855), preußischer Professor und Autor (geboren in Meseritz bei Kaaden)
  • Vinzenz Eugen Tobisch (1800–1852), preußischer Professor (geboren in Meseritz bei Kaaden)
  • Josef Freiherr von Löschner (1809–1888), Professor an der medizinischen Fakultät der Karls-Universität Prag
  • Marianne Eggersberg (1852–1938), geboren als Maria Anna Peinl, Dichterin, Autorin und Schriftstellerin in Wien
  • Hans Zeisel (1905–1992), Professor für Statistik, Recht und Wirtschaft
  • Walter Stranka (1920–1992), Schriftsteller
  • Kurt Lenk (* 1929), Politikwissenschaftler
  • Erwin Stranka (1935–2014), Filmregisseur
  • Ondřej Kaše (* 1995), Eishockeyspieler
  • Jan Zabystřan (* 1998), Skirennläufer
  • Amálie Švábíková (* 1999), Leichtathletin

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Carl Furtmüller (1880–1951), Pädagoge und Psychologe, unterrichtete am Gymnasium
  • Heribert Sturm (1904–1981), Stadtarchivar und Museumsleiter in Eger, besuchte hier das Gymnasium
  • Josef Dvořák (* 1942), Schauspieler, begann seine Karriere in Kadaň

Literatur

  • Jiří Kopica: Boj o pohraničí: demonstrace 4. března 1919 v Československu (Kampf um das Grenzland:„pohraničí“ (n), deutsch: Grenzland,bzw. Grenzgebiet ist die gängige tschechoslowakische und tschechische Bezeichnung für das böhmische „Sudetenland.“Demonstration am 4. März 1919 in der Tschechoslowakei), Město Kadaň (Stadt Kadaň), Kadaň 2013, ISBN 978-80-904493-8-1 ( und ).
  • Viktor Karell: Kaaden-Duppau. Ein Heimatbuch der Erinnerung und Geschichte.1965. Frankfurt am Main.

Weblinks


  • Offizielle Website
  • Website des Heimatkreises Kaaden-Duppau

Einzelnachweise


Kategorie:Städtisches Denkmalreservat in Tschechien
 
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