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Leimersheim

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Leimersheim, pfälzisch „Lämersche“, ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rülzheim an.

Geographie

Lage

Leimersheim liegt im mittleren Oberrheingraben im Bereich der linksseitigen Niederterrassen des Rheins auf Höhe zwischen den Rheinbrücken von Germersheim und Karlsruhe. Das Ortsgebiet und den Rheinstrom trennt seit der Rheinbegradigung des 19. Jahrhunderts der Auwald, in dem diverse Altarme sowie ein Hochwasserschutzdamm verlaufen. Zur Gemeinde gehört zusätzlich der Wohnplatz Rheinschenke ‘Pfälzer Land‘. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Hördt, Linkenheim-Hochstetten, Eggenstein-Leopoldshafen, Neupotz, Rheinzabern, Rülzheim und Kuhardt.

Gewässer


Innerhalb des Ortes vereinigen sich Erlenbach und Otterbach zum Michelsbach, der bei Hördt von links in den Rhein mündet. Bekanntestes Stehgewässer ist das Fischmal, das lokal als Fischbl bezeichnet wird; dabei handelt es sich um einen kleinen See im Verlauf des Otterbachs, der ein Biotop für zahlreiche Wasservögel und Pflanzen darstellt. Zudem befindet sich vor Ort der Leimersheimer Altrhein.

Geschichte

Frühe Geschichte

Das Dorf Leimersheim wurde erstmals 778 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorch erwähnt. Gräber, die im Jahre 1884 gefunden wurden, deuten aber schon auf eine Besiedlung während der Bronzezeit hin. 960 wurde zum Schutze der bischöflichen Untertanen eine Burg gebaut. Erster Burgherr war der Edle Rudolf.
1270 wurden das Dorf und die Burg dem Kloster in Hördt angegliedert. Zwölf Jahre später wurde die erste Rheinfähre bei Leimersheim eingerichtet.

Frühe Neuzeit

Bei einer Überschwemmung im Jahre 1534 versanken der Gemarkungsteil „Werth“ und das Dorf Potz in den Fluten des Rheins.
1624, während des Dreißigjährigen Krieges, wurden die Klosterdörfer Leimersheim und Kuhardt von marodierenden Truppen überfallen und ausgeplündert. Dies wiederholte sich in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges noch mehrmals. Deshalb wohnten 1660 in Leimersheim nur noch 58 Familien.
Von 1729 bis 1731 wurde eine neue Pfarrkirche gebaut, 1772 die Leimersheimer Burg abgerissen. 1786 wurden die Bauarbeiten für die ersten Rheindurchstiche beendet. Am 3. April 1793 trafen in einem Gefecht französische Revolutionstruppen unter General Custine und Einheiten der österreichischen Armee unter Generalmajor Karl Aloys zu Fürstenberg aufeinander. Nach einem weiteren Gefecht des 21. französischen Infanterieregiments am 5. August 1793 gegen österreichische Truppen, in der Gewanne „Niederhorst“ westlich des Ortes, zerstörten abziehende Dragoner das Kreuz vor der Pfarrkirche.
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort zur Kurpfalz und unterstand dort dem Oberamt Germersheim.
Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Leimersheim bis 1814 in den Kanton Germersheim und danach bis 1815 in den Kanton Kandel eingegliedert. 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen und kehrte in den Kanton Germersheim zurück. Bereits ein Jahr später wechselte Leimersheim wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Vom 1818 bis 1862 gehörte die Gemeinde dem Landkommissariat Germersheim an; aus diesem ging das Bezirksamt Germersheim hervor.
1801 wurde bei der Fährstelle eine Zollstation eingerichtet. Das Gebäude wurde später als Gaststätte benutzt. In den Jahren 1827 und 1928 wurde durch neue Rheindurchstiche am „Karlskopf“ und am „Haselforst“ eine weitere Rheinstrecke bei Leimersheim begradigt. Ab 1871 überquerte ein neues Fährschiff am Längsseil, das durch Nachen getragen wurde, den Rhein. In der Neujahrsnacht 1883Siehe Rheinhochwasser 1882/1883. mussten die Einwohner vor den Fluten des Rheins in das höher gelegene Dorf Kuhardt flüchten, die gesamte Gemarkung von Leimersheim wurde überflutet.

20. Jahrhundert

1902 wurde das neue Schulhaus eingeweiht, in dem drei Unterrichtsräume zur Verfügung standen. Bereits 1908 musste es durch ein Gebäude mit zwei Schulsälen erweitert werden.
Am 2. Dezember 1918 rückten französische Truppen als Besatzung nach Leimersheim ein. Aus dem Ersten Weltkrieg kehrten 53 Männer nicht mehr heim. 1923 wurde das Dorf an das elektrische Stromnetz angeschlossen, 1930 das Schöpfwerk zur Entwässerung der Rheinniederung gebaut. Seit 1939 ist der Ort Bestandteil des Landkreises Germersheim. Im Zweiten Weltkrieg wurde 1940 das Fährschiff durch Flussminen getroffen und sank. Die neue Fähre wurde 1944 in Dienst gestellt. Sie diente vor allem zum Transport deutscher Soldaten über den Rhein. 1945, am Ende des Krieges, brannte das alte Zollhaus nieder.
miniDenkmal für die Rheinquerung französischer Truppen am 2. April 1945
Am 23. März 1945 besetzten amerikanische Truppen das Dorf. Viele Häuser waren beschädigt, einige abgebrannt. Am 2. April überquerten Truppen der 1. französischen Armee (insbesondere das 21. Kolonial-Infanterie-Regiment der 9. Kolonial-Infanteriedivision) bei Leimersheim den Rhein.
Nach dem Krieg wurde Leimersheim innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. 1952 ließ die Gemeinde auf dem Friedhof eine Kapelle bauen zum Gedächtnis der 118 Leimersheimer Opfer des Zweiten Weltkrieges. 1955 wurde Leimersheim an das Wasserversorgungsnetz angeschlossen und die Ortsrufanlage installiert. 1956 erfolgte der Umbau der Rheinfähre, die fortan von einem Grundseil geführt wurde. 1957 wurde der neue Pfarrkindergarten eingeweiht.
1960 wurden die Rheindämme verstärkt erhöht. 1962 war Baubeginn bei Kanalisation und Kläranlage, 1963 wurden die ersten Gemeindestraßen asphaltiert. 1964 weihte der Bischof von Speyer die neue Kirche. Die Gemeinde erzielte bei dem Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden 1969 die Goldmedaille. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform würde Leimersheim 1972 in die neu geschaffene Verbandsgemeinde Rülzheim eingegliedert.1974 wurde ein Feuerwehrhaus gebaut, 1975 der neue Kindergarten eingeweiht. 1978 beging die Gemeinde ihre 1200-Jahr-Feier. 1981 wurde ein bäuerliches Anwesen gekauft, in dem das Heimatmuseum „Fischerhaus“ Platz fand. 1983 wurde die Sport- und Freizeithalle eingeweiht, 1985 mit dem Bau des Tennisplatzes begonnen, 1987 das Rathaus renoviert. 1993 wurde die Ortsdurchfahrt ausgebaut und umgestaltet. 1998 gab die Bundeswehr die Brückenstelle am Rhein auf. Das Unterkunftsgebäude wurde abgerissen und die freigewordene Fläche mit Bäumen bepflanzt.

21. Jahrhundert

Der Rheinhauptdeich wurde 2001 für etwa 1,8 Millionen EUR umgebaut, die Kosten werden vom Land getragen. 2003 feierte Leimersheim das 1225-jährige Bestehen. In den Jahren 2009 und 2010 wurden umfangreiche Dorferneuerungsmaßnahmen vorgenommen, darunter die Sanierung des Kindergartens, des Festplatzes oder der neue Dorfplatz im Dorfmittelpunkt bei der Kirche.

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

750pxEinwohnerentwicklung

Religion

Am 22. Oktober 1940 wurden die in Leimersheim lebenden Juden im Zuge der Wagner-Bürckel-Aktion deportiert.
Im Februar 2015 waren 63,6 % der Einwohner katholisch und 15,0 % evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.Ewois, Stand: 28. Februar 2015. Im Jahr 1871 waren von insgesamt 1333 Einwohnern 1218 katholisch (91 %), 7 evangelisch (< 1 %) und 108 jüdisch (8 %).Ergebnisse der Volkszählung im Königreiche Bayern vom 1. Dezember 1871 nach einzelnen Gemeinden, 1873, S. 64.
Der katholischen Pfarrkirche St. Gertrud in der Ortsmitte benachbart ist ein Pfarrzentrum mit dem Pfarrsaal. Die Gemeinde gehört zur Pfarrei Hl. Theodard Rülzheim und liegt im Bistum Speyer (Dekanat Germersheim).
Die Protestantische Kirchengemeinde Rülzheim unterhält in der Grundschule Leimersheim einen Kirchsaal. Hier findet jeden dritten Sonntag um 18:30 Uhr Gottesdienst statt.

Politik

Gemeinderat


Der Gemeinderat in Leimersheim besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat:Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
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  • Pfarrer Paul Johannes Steeg (* 22. September 1913; † 4. August 1986) war Priester seit 1939 und erhielt die Ehrenbürgerschaft für sein besonderes Bemühen um Kranke und Schwache in der Gemeinde.
  • Walter Kling (* 1914; † 25. Dezember 2001 in Leimersheim) war jahrelang Rektor der Leimersheimer Schule und Bürgermeister.
  • Schwester M. Miguela (Luise Keller, * 1936) wirkte von 1963 bis 2011 als Krankenschwester in der Missionsstation des Instituts St. Dominikus in Akwatia (Ghana).
  • Hugo Dörrler (* 27. April 1937; † 29. Mai 2020) war Ortsbürgermeister von 1972 bis 2004.
  • Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden Adolf Hitler, Paul von Hindenburg und Gauleiter Josef Bürckel zu Ehrenbürgern ernannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese Auszeichnungen rückgängig gemacht.
  • Söhne und Töchter der Gemeinde


    • Elisabeth Scheidel (1883–1987), Pädagogin und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus
    • Hermann von Schöpf (1886–1950), Offizier und SA-Funktionär
    • Reinhard Liebel (1841–1905), Unternehmer und Politiker in Erie (Pennsylvania), USA, wurde in Leimersheim geboren.

    Personen, die vor Ort gewirkt haben

  • Florian Krebs (* 1988) spielte zeitweise beim örtlichen Fußballverein.
  • Literatur

    • Ernst Marthaler: Leimersheim. Die Geschichte eines pfälzischen Dorfes am Rhein. 778–2003. Ortsgemeinde Leimersheim, Leimersheim 2002.
    • Anton Kuhn (Hrsg.): Die Schmuggleraffäre zu Leimersheim 1811–1814. Eine regionalgeschichtliche Untersuchung, erarbeitet auf der Grundlage eines auf Archivstudien beruhenden Typoskripts von André Raymond Weschler aus Roeschwoog im Elsass. Ortsgemeinde Leimersheim, Leimersheim 2011, ISBN 978-3-9805623-3-1.
    • Bilder vom Gestern. Leimersheim mit den Augen des Chronisten Ernst Marthaler. Ausstellung des Förderkreises für Heimat- und Brauchtumspflege Leimersheim. Heimatmuseum Fischerhaus Leimersheim, 9. bis 11. März 2012. Ortsgemeinde Leimersheim, Leimersheim 2012.

    Weblinks


    • Ortsgemeinde Leimersheim auf den Seiten der Verbandsgemeinde Rülzheim

    Einzelnachweise


    Kategorie:Ort im Landkreis Germersheim
    Kategorie:Ersterwähnung 778
     
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